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Schloss Freienwalde

 

Das melancholische Schloss Freienwalde

Es ist kurios in Bad Freienwalde: Auf dem Schlossberg steht kein Schloss, sondern der Bismarckturm. Und auf dem Apothekerberg, Sie ahnen es bereits, finden Sie keine Apotheke, dafür aber ein Schloss, Schloss Freienwalde.

 

Nun gut, eher eine klassizistische Villa als ein richtiges Schloss, Zeugnis preußischer Landbaukunst. Über der Geschichte seiner Bewohner liegt ein Hauch von Melancholie: Königin Friederike Luise ließ sich – nur gut fünf Jahre vor ihrem frühen Tod – das Schlösschen 1798/99 von keinem geringer als dem große Baumeister David Gilly errichten. Freienwalde war für sie Fluchtort vor ihrem untreuen Gatten, das Schloss ihr Alterswohnsitz. Die berühmte Königin Luise war als Schwiegertochter wiederholt bei ihr zu Gast. Und der spätere erste deutsche Kaiser verliebte sich hier als junger Mann in die schöne Prinzessin Elisa. Weil nicht standesgemäß, durften die beiden nicht heiraten und Elisa starb 1834 auf Schloss Freienwalde. Knapp dreißig Jahre vor ihr war die kleine holländische Prinzessin Pauline hier gestorben – auf der Flucht vor Napoleon.

Aus Dornröschenschlaf erweckt

 

Walther Rathenau blieb es vorbehalten, Schloss Freienwalde im Jahre 1909 aus seinem Dornröschenschlaf zu erwecken: Der konservativ-liberale Preuße war Industrieller und Schöngeist, Schriftsteller und Politiker und litt Zeit seines Lebens an den Zurücksetzungen wegen seiner jüdischen Herkunft. Für ihn war Schloss Freienwalde Sommersitz und Refugium zugleich, Ort der Begegnung mit Künstlern wie Gerhart Hauptmann und Rückzugsort.

 

1922 wurde Rathenau als Außenminister der Weimarer Republik von rechten Verschwörern ermordet; er war auf dem Weg aus der Reichshauptstadt nach Freienwalde.

Puschkin als Schlossretter

1945 restlos geplündert, blieb Schloss Freienwalde das Schicksal tausender anderer Herrenhäuser im Osten erspart: Es wurde nicht abgerissen und überlebte als Kulturhaus, das den Namen des russischen Dichters Puschkin trug, die DDR-Zeit. Auch wenn nichts an die preußische Zeit oder auch Rathenau erinnerte.

 

Nach der Wende konnte Schloss Freienwalde als Museum und Rathenau-Gedenkort wieder auferstehen. Das Gebäude und der zum Areal gehörende Theater-Pavillon Friederike Luises wurden aufwendig restauriert. Derzeit ringen Stadt, Landkreis und engagierte Bürger um ein tragfähiges Konzept für die Zukunft. Wollen wir hoffen, dass das gelingt und dieses eine Mal Theodor Fontane nicht recht behält. Schrieb er doch einst: “Und das Schloss liegt stiller da wie zuvor. Alles was kam und ging war wie ein Traum“.

Schon gewusst?

Nur wenige Meter hinter Schloss Freienwalde, am Fuße des Apothekerberges, findet man oberhalb der Freilichtbühne ein wenig versteckt das Grabmal von Hermann Graf Pückler und seiner Gemahlin. Und sollten Sie jetzt an den berühmten Landschaftsgärtner und das gleichnamige Eis denken, liegen Sie leider nicht ganz richtig: „Unser“ Pückler ist mit seinem viel bekannteren Namensvetter lediglich entfernt verwandt. Er hatte sich im Jahre 1887 als früherer Intendant der königlichen Schlösser 1887 Freienwalde als Wohnsitz gewählt und war Ehrenbürger der Stadt.

Öffnungszeiten

Noch bis Ende August ist die Sonderausstellung „Meine jüdischen Eltern – meine polnischen Eltern“ zu sehen.

 

Mittwoch – Sonntag sowie an Feiertagen 11 – 17 Uhr; letzter Eintritt 30 Minuten vor Schließung des Hauses.

 

Kontakt

Ratenaustr. 3
16259 Bad Freienwalde

Öffnungszeiten

April - Oktober:
Mi - So, Feiertag 11:00 – 17:00 Uhr
November - März:
Mi - So, Feiertag 11:00 – 16:00 Uhr

Kontakt

Stadt Bad Freienwalde (Oder)
Bürgermeister Ralf Lehmann
Karl-Marx-Straße 1
16259 Bad Freienwalde (Oder)

 

Tel.: (03344) 4120
Fax: (03344) 412153
E-Mail:

 

Öffnungszeiten

Dienstag:      9.00 Uhr bis 12.00 Uhr

                       13.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Donnerstag: 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr

Freitag:          9.00 Uhr bis 11.00 Uhr